PARKEN oder FLEISCHKÄSEBRÖTCHEN?

Mittlerweile muss sich der Hockenheimer Bürger die Frage stellen:

„Parken oder Fleischkäsebrötchen?“.

Gemeint ist damit, ob der Verbraucher bereit ist, Betrag „X“ für das Parken in der Hockenheimer Innenstadt zu investieren oder lieber ins Talhaus fährt, wo er beim Einkauf im großen Einkaufscenter kostenlose Parkplätze vorfindet und den Betrag „X“ dort bezahlt um letztendlich lieber in das vom Betreiber subventionierte, billige Fleischkäsebrötchen zu beißen.

Bei der letzten öffentlichen Fraktionssitzung der Freien Wählervereinigung Hockenheim wurde von anwesenden Einzelhändlern aus der Innenstadt der Wunsch geäußert, sich über die Parkplatzgebühren Gedanken zu machen und auf diese vielleicht gänzlich zu verzichten. Dieses wäre ein kleines, probates Mittel die Attraktivität der Innenstadt zu erhöhen und so zu versuchen diese wiederzubeleben. Sicherlich nur ein kleiner von vielen Schritten, aber ein notwendiger. Schauen wir uns mal die Situation an.

Die großen Flächenmärkte vor den Türen der Stadt haben nicht nur den Vorteil genügend Parkplätze bequem direkt vor der Tür zu haben, sie können diese auch noch kostenlos ihren Kunden zur Verfügung stellen. Umgekehrt das Bild in der Innenstadt. Wenig Parkplätze, weitläufig verteilt, keine Einkaufswagen um den Einkauf zum Auto zu bringen und dann noch Parkgebühren, die wahrscheinlich kaum die Kosten für die Instandhaltung und Unterhaltung der aufgestellten Parkuhren einbringen.

Dabei gibt es immer mehr Autos, die immer öfters genutzt werden. So werden heute die Kinder in die Schule gefahren; früher sind sie gelaufen. Zum Sport fährt man mit dem Auto, anstatt mit dem Fahrrad. Genauso ist es heute auch beim Shopping oder den kleinen täglichen Besorgungen; wir nutzen alle dazu das Auto. Wenn wir also eine attraktive Innenstadt wollen, brauchen wir dazu Parkplätze, kostenlos wie bei den großen Märkten. Der Kunde überlegt sich das ganz genau wo er hinfährt. Die großen Discounter und die Innenstadt sind mit dem Auto gleich schnell zu erreichen. Warum soll der Bürger also 1,50 Euro für 1 bis 2 Stunden Parken in der Innenstadt zahlen, wenn er nur etwas weiter dafür einen kostenlosen Parkplatz inklusive Fleischkäsebrötchen bekommt?

Zum Glück sind die Parkgebühren in Hockenheim noch gering. Es gibt deutsche Städte, da bekommt man für 1 bis 2 Stunden parken auch schon für den gleichen Betrag einen Mittagstisch. Warum also in Hockenheim nicht gleich darauf verzichten und so einen neuen Anreiz bieten: Parken in Hockenheim-City kostet nichts.

Wenn es die Stadt Hockenheim mit der Unterstützung des Innenstadt-Marketing ernst meint, sollte sie auf die Parkplatzgebühren gänzlich verzichten. Gleichzeitig ist es den Einzelhändlern aber auch bewusst, dass die kostenlosen Parkplätzen im Interesse der Anwohner und Anlieger nicht ausgenutzt werden dürfen, sondern es weiterhin einer Überwachung durch das Ordnungsamt bedarf. Parkscheibe und unterschiedliche Parkdauern je nach Lage des Parkplatzes wären die Alternativen.
 
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